Dokumentarische Familienfotos – das Richtige für mich?

Die Vorstellung, dass euch ein Fotograf für ein paar Stunden oder gar einen ganzen Tag lang auf der Pelle sitzt, mag gewöhnungsbedürftig sein. Und dass dieser Fotograf wirklich alles dokumentiert, was in dieser Zeit passiert. Alles! Wie fühlt sich das an?

Warum eine authentische Familienreportage nicht für jeden passt

Dokumentarische Familienfotografie ist sicher nicht für jeden das Richtige. Wenn ihr

  • absolute Kontrolle darüber behalten wollt, wie eure Familienfotos aussehen
  • genervt seid, wenn eure Kinder ausflippen und toben und Quatsch machen, während der Fotograf da ist
  • diesen alltäglichen Familien-Wahnsinn auf keinen Fall für eure Enkel dokumentiert haben wollt

… dann seid ihr mit gestellten, inszenierten Familienfotos vielleicht besser bedient. Und das ist natürlich auch völlig OK so. Klassische Familienfotos haben auch heute noch ihren Platz. Auch inszenierte Fotoshootings können wunderbare, lustige Ergebnisse bringen.

Aber. Woran möchtet ihr euch in fünf, zehn, 30 Jahren erinnern? An das nette (vielleicht auch ein bisschen anstrengende) Fotoshooting – oder an die echten Momente, den Alltag, die Emotionen, die der Fotograf für euch dokumentiert hat?

Warum ich finde, es gibt nichts Wertvolleres als ungestellte Familienfotos aus dem Alltag

Denn das sind die Vorteile einer dokumentarischen Familienfotoreportage – im Unterschied zu gestellten Shootings:

  • Ihr könnt loslassen. Vergesst die Bilder. Vergesst das aufgesetzte Lächeln. Vergesst den Fotografen. Meine Kunden sagen mir oft, sie hätten sich gefühlt, als sei ein Freund für einen Nachmittag zu Besuch gewesen. Ein Freund, der andauernd fotografiert, ja. Aber niemand, auf den man besondere Rücksicht nehmen muss, für den man sich rausputzt oder für den man sich verstellen muss.
  • Niemand muss brav und artig sein. Eure Kinder dürfen sein, wie sie sind. Still und leise oder ausgelassen und wild. Ungezwungen und authentisch auf jeden Fall. Habt Spaß zusammen. Genießt einen halben oder ganzen Tag in der Familie. Mit der Familie. Ich halte ihn in unwiederbringlichen Bilden fest.
  • Ihr braucht nicht mal aufräumen. Wenn das Chaos neben der Couch gerade zu eurem Alltag gehört, dann verdient es das auch festgehalten zu werden. Wenn ihr den Sonntag unrasiert und im Schlafanzug zuhause am Küchentisch verbringt – dann ist das jetzt gerade euer Leben, an das ihr euch in vielen Jahren bestimmt gerne wieder erinnert.
  • Ihr werdet euren Alltag mit anderen Augen sehen. Mit dem Auge des Fotokünstlers, des Reporters mit dem journalistischen Blick. Der nicht einfach draufhält und abdrückt, sondern Momente, Kompositionen und Lichtstimmungen jagt. Schnappschüsse vom Profi sozuagen.
  • Und ihr werdet euren Alltag immer wieder erleben. Und eure Kinder und Enkelkinder erst! Die Fotos eurer Familienreportage werden euch immer an diesen einen Abschnitt eures Lebens erinnern, an die Gefühle dieses einen Tages. Und nicht daran, wie ihr euch schick gemacht habt für den Fotografen, der euch dann in einem Studio ablichtet, in dem ihr noch nie vorher gewesen seid.

Nein, dokumentarische Familienfotografie ist bestimmt nicht für alle was. Aber ich wünsche jeder einzelnen Familie diese unwiederbringlichen Erinnerungen an den Alltag. Und ich freue mich auf eure Nachricht!